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Herausforderung BIO Winterweizen

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Von: Ing. Fritz Katz

28.09.09 14:42

Die Produktion von Mahl- und Qualitätsweizen stellt im Bioanbau jedes Jahr eine neue Herausforderung dar. Neben der Ertragshöhe und Ertragssicherheit ist die innere Qualität für eine erfolgreiche Vermarktung entscheidend.


Bei begrenztem Stickstoffangebot sind die Produktionsziele im Vorhinein festzulegen:
    
1)    Futterweizen
2)    Speiseweizen > 12 % Protein
3)    Speiseweizen > 13 % Protein
4)    Speiseweizen > 14 % Protein

Während für Futterweizen keine weiteren Qualitätsanforderungen gestellt werden, wird bei Speiseweizen die innere Qualität – allen voran der Proteingehalt als Mindestkriterium für die Preisaufschläge festgesetzt. Gegenüber konventioneller Produktion liegt der geforderte Mindestproteingehalt um 0,5 % niedriger (12 % zu 12,5 %). In der  Biovermarktung wird eine Zwischenabstufung von 13 bis 13,9 % zum eigentlichen Qualitätsweizen (ab 14 % Protein) gemacht.

Im Kärntner Produktionsgebiet werden häufig Qualitäten im Bereich von 12 bis 13 % erzielt, darüber hinaus gehende Partien sind eher selten. Von dieser grundsätzlichen Situation ausgehend ist es sinnvoll, sich auf dieses Segment zu konzentrieren.

Sortenwahl:

 

Will man dieses Segment bedienen, sind Sorten notwendig, die eine hohe genetische Proteinleistung erbringen notwendig: solche Sorten bewegen sich in der Qualitätsgruppe 7 bis 9. Die Kärntner Saatbau bietet hier folgende Sorten an:

Antonius:

 

Antonius ist ein Grannenweizen der Qualitätsgruppe 8, der auf allen mittleren und besseren Böden angebaut werden kann. Auf seichtgründigen Standorten treten Ertragsschwankungen – wie auch bei vielen anderen Weizensorten auf. Die mittel- bis langstrohige Sorte weist eine gute Standfestigkeit auf, ist weitgehend tolerant gegenüber Rostkrankheiten und mittelstark anfällig gegenüber Blatt- und Ährenseptoria.

Erla Kolben:

 

Die alte Sorte Erla Kolben weist die höchste Backqualitätsgruppe 9 auf und eignet sich insbesondere für extensivere Standorte. Erla Kolben ist sehr langstrohig, stark anfällig gegenüber Braunrost und mittel anfällig gegenüber Septoria.

Pannonikus:

 

Diese neue Sorte eignet sich besonders für die Gunstlagen des Weizenanbaues in Kärnten. Diese Sorte reift früh, ist relativ kurzstrohig und praktisch resistent gegen Braunrost. Eine erhöhte Anfälligkeit besteht gegenüber Septoria und DTR Blattdürre. In Feuchtlagen besteht das Risiko, dass das sortentypisch hohe TKG nicht erreicht wird und damit der Ertrag leidet. Pannonikus (Qualitätsgruppe 7) erzielt bei mittleren bis hohen Proteinwerten sehr gute Proteinqualitäten und stabile Fallzahlen.

Saturnus:

 

Die mittellange, früh reifende Sorte Saturnus erreicht hohe Proteinwerte und stabile Qualitäten. Aufgrund seiner Anfälligkeiten gegenüber Blattkrankheiten (Braunrost, Septoria) sollte Saturnus in klimatischen Gunstlagen angebaut werden. In Randlagen bzw. sehr feuchten Jahren besteht ein höheres Ertragsrisiko.


Ertragsaufbau bei Winterweizen

 

Im Detail betrachtet setzt sich der Ertrag aus folgenden Komponenten zusammen:

Ertrag = Pflanzen je m² x Ähren/Pflanze x Körner/Ähre x TKM


Pflanzen je m² und Ähren je Pflanze:


Diese Zielgröße Pflanze je m² wird in erster Linie von der Aussaatmenge beeinflusst. In der Regel werden beim Weizen 350 bis 450 keimfähige Körner je m² ausgesät. Damit können je nach Saatbeetbeschaffenheit rund 300 bis 420 Pflanzen etabliert werden. Um eine mittlere Bestandesdichte von 500 Ähren zu erhalten, muss die Einzelpflanze im Durchschnitt 1,2 bis 1,67 Ähren ausbilden. Diese Werte sind bei frühem Anbau und auf Standorten mit früher N-Nachlieferung aus dem Boden leichter zu erreichen. Sorten, wie Pannonikus oder Saturnus, die eine höhere Bestandesdichte für gute Erträge brauchen, sollten auch etwas dichter ausgesät werden. Eigene Versuche zeigen aber auch, dass bei zunehmender Bestandesdichte der Proteingehalt tendenziell sinkt.

Körner je Ähre und TKM:


Beide Komponenten sind einerseits genetisch bedingt, andererseits aber auch von Umweltfaktoren beeinflussbar. Während Antonius und Pannonikus hohe Kornzahlen je Ähre erreichen, sind die Kornzahlen bei Saturnus nur mittel bzw. bei Erla Kolben gering (i.d.R. < 30). Ein ausreichendes N-Angebot Ende der Bestockung erhöht die Kornzahl z.T. deutlich.

Die Tausendkornmasse hat bei Pannonikus und Saturnus einen sehr hohen Einfluss auf den Ertrag. Standorte bzw. Jahre, die eine gesunde Abreife ermöglichen, kommen beiden Sorten zugute. Bei Antonius und Erla Kolben spielt die TKM keine so gravierende Rolle hinsichtlich Ertragsbildung.

Versuchsergebnisse Weindorf 2009:

 

Im heurigen Jahr erreichen nur wenige Sorten Proteingehalte über 13 %: Antonius, Pannonikus, Renan und der Stamm SZD 9424. Keine dieser Sorten erzielt das notwendige HLG von 78 kg. Stefanus scheitert mit 11,8 % Protein an der 12 % Schwelle, die Ludwig gerade noch erreicht. Alle übrigen Sorten bewegen sich zwischen 12,1 % und 12,9 %. Beim HLG erzielen Stefanus, Lukullus und Capo Werte über 80 kg. Renan und Pannonikus bilden mit 75,7 kg bzw. 74,5 kg die Schlusslichter.

Beim Ertrag stechen Lukullus, Renan und Ludwig hervor, Antonius und Erla Kolben bilden das gute Mittelfeld, während Pannonikus, Saturnus und SZD 9424 ertraglich abfallen – sie sind aufgrund ihrer Adaption für trocken-warme Lagen nicht für den feucht-kühlen Standort Weindorf geeignet.

 

 

 

Konsequenzen:

 

Die Produktion von Speiseweizen guter Qualität ist so etwas wie die Königsdisziplin des Bio-Getreideanbaues. Die optimale Abstimmung von Standort, Stellung in der Fruchtfolge und damit N-Angebot und der Sorte bilden die Grundvoraussetzungen für den Erfolg.

 







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Beginn: 9:30 Uhr

Aufzuchtstation Ossiacher Tauern

Tauern 1, 9560 Feldkirchen

 

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