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30.01.09 13:04
Seit die Kärntner Saatbaugenossenschaft besteht werden in Kärnten auch Saatkartoffeln produziert. Es geschieht dies in einem für Kärnten angepasstem Rahmen mit den wichtigsten Speisekartoffelsorten. Im Jahr 2008 wurden in Kärnten folgende Sorten angebaut und vermehrt: DITTA, TOSCA, IMPALA und AGRIA. Die Kärntner Saatkartoffeln stammen von zwei landwirtschaftlichen Betrieben die sich auf Saatkartoffelproduktion spezialisiert haben: Ing. Paul Knafl(Maria Saal) und Herrn DI Heribert Niesl/St. Andrä.
Das Kärntner Saatgut kann über die Lagerhäuser ab März bezogen werden und ist in Säcken zu 5 oder 25 kg erhältlich. Für Großkunden kann das Saatgut auch in Big Bags (1000 kg Sack) abgefüllt werden.
Gerade im Kartoffelbau ist die Verwendung von Zertifiziertem Saatgut ein wichtiges Erfolgskriterium für einen hohen Ernteertrag.
Kurzbeschreibung zu den Kartoffelsorten:
Heute werden in Kärnten ca. 400 ha Kartoffeln angebaut und es wird ein Durchschnittsertrag von ca. 23 000kg/ha erzielt. Die Kärntner Saatbau versucht mit ihrem Kartoffelsortiment auf die Marktwünsche der Kunden und des Handels nach einer gelbfleischigen, schmackhaften guten Lagerkartoffel einzugehen. Wichtig für die Erzielung einer hohen Erntequalität bzw. eines betriebswirtschaftlichen Ertrages ist eine durchdachte Bestandesführung.
Ein paar kurze Tipps zum Anbau und zur Kulturführung:
Da die Kartoffelknolle frostempfindlich ist sollte man beim Anbau auf eine ausreichende Bodentemperatur achten. Die Kartoffeln sollten idealerweise vor dem Pflanzen 10-14 Tage erwärmt gelagert werden, um die Keimstimmung anzuregen. Hierbei wird ein Tageslichtlager bevorzugt, damit die Kartoffeln starke Lichtkeime ausbilden kann, die aber beim Auslegen am Feld nicht abbrechen dürfen.
Wenn der Boden 8-10 Grad Celsius erreicht hat – ist die ideale Anbauzeit. Der Boden sollte auch nicht zu feucht sein um ihn beim Legen nicht zu verdichten, da die Kartoffel einen lockeren – gut durchlüfteten Boden bevorzugt.
Eine Grunddüngung sollte vor dem Anbau ausschließlich mit einem chlorfreiem Dünger (Vollkorn rot oder Entec Perfect, Linzer Top) je nach Bodenuntersuchung gedüngt werden. Eine Kalkdüngung sollte nicht unbedingt zur Kartoffel ausgebracht werden, da die Knollen sonst gerne schorfig werden. Die ideale Ablagetiefe ist ca. die einbis zweifache Knollendicke unter der Ackeroberfläche, wobei dann ca. 10 cm Erde über der Knolle angehäufelt werden sollten. Der Abstand in der Reihe liegt bei ca. 30 cm und hängt auch stark von der Kollengröße ab (je kleiner desto enger).
Der Bestand muss mindestens wöchentlich kontrolliert werden und bei beginnendem Krautfäuledruck eine Fungizidbehandlung durchgeführt werden. Gerade bei feuchter Witterung und lang anhaltendem Regen ist eine Behandlung unerlässlich. Als vorteilhaft hat sich eine vorbeugende Behandlung kurz vor Reihenschluss erwiesen. Eine Kartoffelkäfer- oder Blattlausbekämpfung kann gleichzeitig mit der Fungizidbekämpfung durchgeführt werden. Wenn die Kartoffeln ihre physiologische Reife erreicht haben, d.h. dass sich die Blätter von Dunkelgrün auf Hellgrün umfärben kann bereits mit einer Grünrodung begonnen werden. Für Lagerkartoffeln muss die Kartoffelschale eine gewisse Festigkeit und Dicke aufweisen um beim Ernten und bei der Sortierung nicht beschädigt zu werden. Wenn das Kartoffelkraut ganz abgestorben ist kann dann mit der Rodung der Lagerkartoffeln begonnen werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Bodentemperatur über 8 Grad Celsius liegt und dass der Boden nicht zu feucht ist. Günstig ist ein schnelles Abtrocknen der Knollen nach der Ernte. Je nach Vermarktung werden die Kartoffeln in Großkisten bis zur Abpackung/Sortierung gelagert. Im Herbst ist eine rasche Abkühlung der Kartoffeln auf 5-7 Grad von Vorteil, besonders bei frühen Sorten empfiehlt sich eine rasche Abkühlung, da es sonst schnell zur Keimung der Knollen kommen kann. Die Luftfeuchtigkeit im Lager sollte nicht zu gering sein und es empfiehlt sich eine gewisse Luftzirkulation um die Kondenswasserbildung an den Außenwänden zu verhindern. Leider unterliegen auch die Kartoffelpreise sehr großen Schwankungen und es ist sicherlich eine Gradwanderung für den Großhandel zu produzieren. Sehr viele Kartoffeln werden in Kärnten über die Direktvermarktung abgesetzt und die Kunden zahlen gerne etwas mehr für eine schmackhafte-lagerfähige Kärntner Kartoffel. Oberstes Gebot ist eine durch innere und äußere Qualität, sowie durch ihr optisches Erscheinen überzeugende Knolle. Die Kartoffel ist ein wahrer Tausendsassa in der Küche und es liegt an uns Bauern dafür zu sorgen dass die Qualität der heimischen Knollen die Kunden zum Kauf anregt und wir so einen Beitrag für die gesunde Ernährung der Bevölkerung wie auch für die Existenzsicherung unserer Bauern liefern können.
Die Ernährungsgewohnheiten ändern sich laufend und es wird immer weniger selbst gekocht , viele Jugendliche können keine Kartoffeln selbst zubereiten – nur mehr sehr wenige Leute lagern Kartoffeln selbst ein und die Gastronomie verwendet größtenteils nur mehr Tiefkühlkartoffelprodukte. Dies sind Veränderungen, die den Absatz von heimischen Kartoffeln senken – es ist aber auch eine Herausforderung hier Aufklärungsarbeit und Engagement zu zeigen um der Kartoffel wieder den Stellenwert in der Küche zu geben, den sie als vielseitigstes und gesündestes Grundnahrungsmittel verdient. <- Zurück zu: Aktuelles |
Beginn: 9:30 Uhr
Aufzuchtstation Ossiacher Tauern
Tauern 1, 9560 Feldkirchen
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