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Kärntner Saatbau GenmbH
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Wintergerstenanbau Herbst 2009

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Von: Ing. Fritz Katz

28.09.09 15:00

Der Anbau von Wintergerste wurde in den vergangenen Jahren aufgrund der höheren Ertragssicherheit gegenüber der Sommergerste ausgedehnt. In der Sortenentwicklung hat sich seit der Ära „Igri“ (1976 Saatzucht Ackermann) sehr viel getan. 1982 wurde mit dieser Sorte ein Ertragsweltrekord bei Wintergerste mit 106,2 dt erreicht. Igri wurde europaweit auf bis zu 36000 ha vermehrt.


Sortiment:

 

Das derzeitige Wintergerstensortiment der Kärntner Saatbau umfasst sowohl bewährte „alte“ Sorten, als auch brandneue „Highlights“. Zu den bewährten „Veteranen“ gehört u.a. Reni, die 2001 in die österreichische Sortenliste eingetragen wurde. Boreale, Cordula, Eufora, Ludmilla, Laverda und Hannelore runden das Programm für alle Ansprüche ab.

Reni:

 

Reni ist derzeit wohl die bekannteste Sorte, die sehr universell eingesetzt werden kann. Sie hat eine für zweizeilige Sorten eher ungewöhnliche Ertragsstruktur, die ihr ein hervorragendes Kompensationsvermögen verleiht. Sie benötigt für gute Erträge allenfalls mittlere Bestandesdichten, realisiert knapp unterdurchschnittliche Kornzahlen je Ähre, erzielt dann aber weit überdurchschnittliche TKG Werte. Die hervorragende Kornsortierung ist auch Grundlage für einen hohen Futterwert. Reni gehört zu den langstrohigen zweizeiligen Typen und reift bei guter Standfestigkeit mittelspät ab. Sie ist gegenüber Blattkrankheiten mittelstark anfällig. Unter intensiven Produktionsbedingungen rentiert sich ein Fungizideinsatz bei Reni praktisch immer.
Reni eignet sich in erster Linie für mittlere und bessere Böden, wo die Wasserversorgung in der Abreife sichergestellt ist (für die Ausbildung eines hohen TKG).
Saatgut von Reni gibt es auch in BIO Qualität.

Boreale:

 

Boreale hat sich auf allen intensiveren Standorten bewährt und kommt in der Regel auch auf leichteren Böden aufgrund ihrer Frühreife gut zurecht. Boreale ist kurzstrohig mit einer sehr guten Standfestigkeit. Boreale braucht für die Ertragsbildung verhältnismäßig hohe Bestandesdichten. Die Grundlage dafür ist zu Vegetationsbeginn mit einer ausreichenden N-Andüngung zu legen (N in „homöopathischen“ Mengen reicht hier nicht). Die Kornzahl je Ähre ist relativ gering. Durch eine gesunde Abreife ist das hohe TKG abzusichern. Die hohe Neigung zu nichtparasitären Blattschäden und zu Ramularia ist zu berücksichtigen.

Cordula:

 

Die Sorte Cordula hat in den vergangenen Jahren ebenfalls ihre Bewährungsprobe bestanden und kann wie Boreale als Spezialist für intensive Produktion gesehen werden. Auch von der Ertragsbildung bestehen ähnliche Verhältnisse: hohe Bestandesdichte, geringe Kornzahlen je Ähre und ein hohes TKG sind hauptverantwortlich für gute Erträge. Bei der Aufteilung der N-Menge sollte die erste Gabe zu Vegetationsbeginn betont werden. Die Standfestigkeit von Cordula ist sehr gut, die Strohlänge liegt zwischen Boreale und Reni. Gegenüber Blattkrankheiten bestehen durchwegs mittelstarke Anfälligkeiten, sodass sich in der Regel ein Fungizideinsatz zum beginnenden Ährenschieben lohnt.


Eufora:

 

Eufora wird von der Kärntner Saatbau ausschließlich in Bio-Qualität angeboten. Diese mittellange Sorte weist eine mittlere Standfestigkeit auf. Von der Ertragsstruktur her ist Eufora ähnlich wie Reni zu sehen. Die Bestandesdichte sollte etwas über Reni liegen, das TKG liegt etwas darunter. Eufora ist vom Futterwert perfekt, keine andere Sorte erreicht eine derart hohe Energiedichte. Zu beachten ist ihre relativ hohe Anfälligkeit gegenüber Schneeschimmel – Lagen mit langer Schneedecke sind daher jedenfalls zu meiden.

Ludmilla und Laverda:

 

Die mehrzeilige Sorte Ludmilla beweist seit vielen Jahren ihre Zuverlässigkeit auf hohem Niveau. Ludmilla ist eine langstrohige Sorte mit guter Standfestigkeit, die auch auf leichteren Standorten sehr gut zurecht kommt. Die Anfälligkeiten gegenüber Blattkrankheiten sind durchwegs mittelstark, sodass sich bei intensiverer Produktion ein Fungizideinsatz in der Abreife lohnt. Im Vergleich zu zweizeiligen Sorten weist Ludmilla eine konträre Ertragsstruktur auf. Eine geringe Bestandesdichte steht einer sehr hohen Kornzahl je Ähre und einem mittleren TKG gegenüber. Ludmilla sollte bei rechtzeitigem Anbau dünn ausgesät werden (ca. 300 Körner/m²), sie ist verhalten anzudüngen, um dann Ende der Bestockung die N-Gabe zu betonen (Förderung der Kornzahl je Ähre). Die Bestandesdichte darf dabei allerdings nicht überzogen werden. Bei dichten Beständen ist die N-Gabe bis ins beginnende Schossen zu verschieben, um etwaige Triebreduktionen zu ermöglichen.  

Hannelore:

 

Hannelore ist das neue „Highlight“ bei den zweizeiligen Sorten. Diese Sorte hat sich im heurigen Jahr in perfekter Form präsentiert. Durch die super Standfestigkeit und Strohstabilität konnte Hannelore als einzige Sorte nach der mehrwöchigen Regenperiode im Juni/Juli in stehendem Zustand gedroschen werden. Hannelore ist eine kurzstrohige Intensivgerste für alle mittleren und besseren Böden, ein Fungizideinsatz in der Abreife sollte zur Ausnutzung ihres Ertragspotenziales eingeplant werden. Die Sorte entspricht einem Bestandesdichtetyp, der bei geringer Kornzahl je Ähre ein hohes TKG erreicht. Im heurigen Jahr konnte durch Einsatz eines Fungizides das TKG im Durchschnitt von zwei Standorten um 6 g erhöht werden. Wie bei Boreale und Cordula ist die N-Düngung zum Vegetationsbeginn zu betonen, um eine hohe Bestandesdichte abzusichern.


Mehrjährige Sortenleistungen:
Um „Eintagsfliegen“ unter den Sorten auszuschließen, lohnt sich der Vergleich über mehrere Jahre. Doch auch diese Ergebnisse können nur mit dem Hintergrundwissen der Produktionstechnik richtig interpretiert werden. Das muss vor allem zur „Ehrenrettung“ von Eufora und Laverda gesagt werden, da diese Sorten nicht in den „Stufe 2“ Versuchen mit Fungizideinsatz vertreten waren.

Die Ergebnisse von Ludmilla, Cordula, Reni und Boreale sind in 12 Versuchen sehr gut abgesichert. Von Hanneore, Laverda und Eufora sind sechs Versuchsergebnisse verwertet.

Die Zahlen beweisen, dass das genetische Ertragspotenzial der Sorten weit über dem durchschnittlicher Praxisergebnisse liegt. Es liegt also nicht nur an der Sorte, dieses Potenzial zu verwirklichen. Der Weltrekord der Sorte Igri von 1982 sollte Ansporn genug sein.

 







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Beginn: 9:30 Uhr

Aufzuchtstation Ossiacher Tauern

Tauern 1, 9560 Feldkirchen

 

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