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Kärntner Saatbau GenmbH
Krassnigstraße 45
9020 Klagenfurt

ReNatura - Alpinsaatgut - die Entstehungsgeschichte

ReNatura - Alpinsaatgut - die Entstehungsgeschichte

10 Jahre ReNatura®

20 Jahre Forschung mit standortgerechtem Saatgut

10 Jahre ReNatura® Alpinsaatgut für die Begrünung in Hochlagen

Ein Praktikum im Kärntner Alminspektorat stand 1985 am Anfang der Erfolgsgeschichte rund um die Entwicklung und Produktion von Alpinsaatgutmischungen in Österreich. Es war der kürzlich verstorbene Landesalminspektor Univ. Prof. Dr. Erwin Lichtenegger, der dem Autor und damaligen Praktikanten Mitte der Achtzigerjahre die Probleme rund um Begrünungen in Hochlagen vor Augen führte.

DR. B. KRAUTZER (HBLFA RAUMBERG-GUMPENSTEIN)

Fachlicher Hintergrund

Gebiete, welche im Winter als Zentren des Schivergnügens gestürmt wurden, hinterließen im Sommer einen jämmerlichen Eindruck. Nicht immer war es der Einsatz üblicher, aber unbotmäßiger Technik oder unzureichender Pflege solcher Flächen. Sehr oft wurde alles getan, was nach dem damaligen Stand der Technik in der Begrünung für notwendig erachtet wurde. Und trotzdem war der Erfolg meistens mangelhaft oder mit teuren Pflegemaßnahmen wie ständiger Düngung und regelmäßiger Nachbesserung teuer erkauft. Ein großer Teil dieser Probleme war auf die Verwendung von falschem Saatgut zurückzuführen, dass für die Grünlandbewirtschaftung gezüchtet wurde und für Standorte im Gebirge einfach nicht geeignet war. Es war eine logische Schlussfolgerung, für Begrünungen das Saatgut von Gräsern und Kräutern zu verwenden, die von Natur aus auf alpinen Wiesen und Weiden wachsen. Allerdings galt so eine Produktion aus damaliger Sicht als ökonomisch nicht machbar.

 

Aufbaujahre

Im Rahmen einer Diplomarbeit und einer von Dr. Lichtenegger betreuten Dissertation wurden in den nächsten zehn Jahren die Grundlagen für eine Inkulturnahme und Produktion alpiner Gräser und Kräuter erarbeitet. Ab dem Beginn der Neunzigerjahre wurden diese Tätigkeiten zunehmend in die Forschungsarbeit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein integriert. In einem ersten Schritt wurde ein Spektrum von 120 Gräsern und Kräutern ausgewählt, welche aufgrund ihrer großen ökologischen Amplitude oder anderer interessanter Eigenschaften (Pionierpflanzen, spezialisierte Arten) für einen Einsatz in Saatgutmischungen geeignet schienen. Nach ersten Untersuchungen der Keimbiologie einiger Arten verblieb schließlich ein Spektrum von 61 subalpinen und alpinen Gräsern, Leguminosen und Kräutern. In einer groß angelegten Versuchsserie wurden von 1989 bis 1995 auf 225 Parzellen 320 verschiedene Herkünfte auf ihre Eignung zur Saatgutproduktion in Tallagen untersucht. Nach Abschluss der Versuche erwies sich ein Spektrum von 15 Gräsern, 4 Leguminosen und 5 Kräutern als für die Saatgutproduktion und auch zum Einsatz in Hochlagenbegrünungsmischungen besonders geeignet. Sehr früh begann auch bereits die Suche nach einem Partner, der an einer kommerziellen Umsetzung dieses Projektes interessiert war. Die Kärntner Saatbau unter der damaligen Geschäftsführung von Dr. Thomas Krassnitzer war am Aufbau eines zweiten Standbeines neben der konventionellen Saatgutproduktion interessiert. Mit viel Enthusiasmus wurden gemeinsam die Grundlagen einer kommerziellen Produktion dieser Arten erarbeitet. Sehr bald wurde auch klar, dass nur Landwirte mit langjährigen Vorkenntnissen aus der Sämereienproduktion dazu in der Lage waren. Nach dem Überwinden der unvermeidlichen Rückschläge konnten 1995 die ersten Saatgutmischungen für die Begrünung von Schipisten und sonstigen Planieflächen in Hochlagen angeboten werden.

 

Alpenweite Umsetzung

Die erste großflächige Produktion gelang bei zwei Arten, dem Alpenrotschwingel und der Alpenrispe. Zur schnellen Erweiterung des Artenspektrums wurden in Wölfnitz Vorvermehrungsflächen etabliert. Zusätzlich konnte mit Hilfe unterschiedlicher Praxisversuche die Produktionstechnik der bereits etablierten Arten verbessert werden. Parallel dazu wurden erste Versuchsflächen auf Schipisten eingerichtet. Am Ende der Neunzigerjahre wurde im Rahmen des EU-Projektes "ALPEROS" (Laufzeit 1999 - 2002) ein Ring von 8 Versuchsflächen im gesamten Alpenraum, in Seehöhen von 1.200m bis 2.400 m aufgebaut. Dabei konnten erstmalig die großen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile der Verwendung von standortgerechten Saatgutmischungen mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen werden. Gleichzeitig wurden in diesem Projekt wichtige Impulse zum Ausbau der Saatgutproduktion gesetzt, die inzwischen ein Artenspektrum von 15 Gräsern, 3 Leguminosen und 2 Kräutern auf einer Produktionsfläche von 150 ha umfasst. Durch die enge und kontinuierliche Zusammenarbeit von Forschung, Produktion und Vertrieb, der intensiven Beratung der Saatgutkonsumenten sowie der ständigen Betreuung und Weiterbildung der Vermehrer konnte in den letzten Jahren eine breite Akzeptanz für diese hochpreisigen, aber ökologisch wertvollen Saatgutmischungen geschaffen werden, die mittlerweile im gesamten Alpenraum eingesetzt werden. Jedes Jahr werden im Rahmen von Tagungen, Workshops, Exkursionen und Begehungen die neuesten Erfahrungen und Erkenntnisse an Personengruppen aus den Bereichen der Schipistenbetreiber, Behörden, Ingenieurbüros, Naturschutz, Begrünungsfirmen, Landwirten sowie die Wildbach- und Lawinenverbauung weiter gegeben.

 

Ausblick

Im Laufe der nächsten Jahre soll das Artenspektrum noch weiter ausgebaut werden. Vor allem der Einsatz von standortgerechten Leguminosen wird ab dem heurigen Jahr einen weiteren qualitativen Quantensprung in der Entwicklung von Alpinmischungen markieren. 2004 startete das INTERREG Projekt SURE, in dessen Rahmen die in den letzten Jahren erarbeiteten Erkenntnisse über die ökologische Begrünung von Hochlagen europaweit umgesetzt werden sollen. In einem weiteren Arbeitspaket soll gezeigt werden, dass auch im Straßen- Landschafts- und Wasserbau der Einsatz hochwertiger, standortgerechter Saatgutmischungen ökologische und wirtschaftliche Vorteile bringen kann.

 

 

Den gesamten Bericht "ReNatura - Alpinsaatgut - die Entstehungsgeschichte" können sie hier als Acrobat PDF-Datei auf Ihren Computer downloaden.

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